Auf die Bremse treten? Oder weiterreisen? Wie bewältigen wir die technologische Beschleunigung?

17.12.2012

Zukunftsgespräch in Zusammenarbeit mit IZT Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Landsvertretung Brandenburg beim Bund und INFO-Radio des RBB-Radio Berlin-Brandenburg

Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Speed“ von Florian Opitz

Kurzvorträge:

Tina Fischer, Staatssekretärin und Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund

Prof. Dr. Rolf Kreibich, Member of the World Future Council (Weltzukunftsrat)

Podium:

Anita Tack, Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg

Dr. Beatrix Tappeser, Leiterin des Bereichs „Bewertung gentechnisch veränderter Organismen/Gentechnikgesetz“ beim BfN – Bundesamt für Naturschutz

Florian Opitz, Autor und Regisseur, Träger des Adolf-Grimme-Preis für seinen Dokumentarfilm „ Der große Ausverkauf“

Prof. Dr. Hartmut Graßl, ehem. Leiter des Weltklimaforschungsprogramms der World Meteorogical Organisation

Moderation: Harald Asel , Inforadio(rbb)

Zum Inhalt:

Unser Leben läuft immer schneller, dieser Eindruck drängt sich vielen Menschen mehr und mehr auf. Die dafür verantwortlichen neuen Techniken und Technologien sind aus dem Alltag einer modernen Zivilisation nicht mehr wegzudenken. Sie verspreche unentwegt Zeitersparnis, rasche Hilfe bei Problemen, sofortige Befriedigung von Bedürfnissen. Einerseits hilft die Verkürzung von Produktzyklen, neuen umweltfreundlichen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen, gleichzeitig werden durch erhöhten Materialverbrauch Spareffekte aufgefressen. Aber nicht alles beschleunigt sich gleichzeitig. Großprojekte verzögern sich durch wachsende Komplexität und schwer zu vermittelnde Bürgerfreundlichkeit. Verbraucher erleben lange Wartezeiten bei Dienstleistungen am Telefon und bei Einwählen ins Internet oder bei Status in Ballungszentren. Und manche notwendige Umsteuerung wird von Entschieden bewusst vertagt.

Die Veranstaltung will das tägliche Getriebensein durch immer neue technische Produkte und die damit einhergehenden sozialen und kulturellen Folgen und Probleme in den Blick nehmen: Was bedeutet die Zunahme der Geschwindigkeit im Alltag für Körper und Geist? Wie stellen sich Wissenschaft und Forschung auf den Innovationsdruck sowie die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung und mehr Lebensqualität ein? Aber auch: Wo werden Regionen abgehängt, stoßen Umsteuerungsmaßnahmen an Beharrungskräfte? Wo ist die Beschleunigung nur ein "rasender Stillstand" (Virilio) und wie erkennen wir dies? Diese Fragen werden am Beispiel Brandenburgs diskutiert.

Zeit & Ort

17.12.2012

Berlin