Projekt: Palais am Festungsgraben

Palais

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News vom 09.12.2015

Projekt:

Das Palais am Festungsgraben: Ein Haus für die Vereinten Nationen in Berlin

Das Palais am Festungsgraben Unter den Linden ist eines der repräsentativsten Bauwerke in der historischen Mitte Berlins. Es befindet sich im Besitz des Landes Berlin. Seine prächtigen Säle (Marmorsaal, Schinkelsaal, Gelöber Saal, Eichensaal, Roter Saal) werden derzeit fast nicht genutzt. Die zahlreichen übrigen Räume sind fast ausnahmslos zweckentfremdet belegt oder stehen gänzlich leer. Während die vermieteten Räume von einer Reihe von heterogener Mietern als Dienstleistungsbüros genutzt werden, ist auch nach 25 Jahren noch kein kohärentes Nutzungskonzept für das prächtige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert erkennbar. Zustand und Nutzung des Hauses widersprechen seinem hiostorischen und tatsächlichen Wert und seiner hervorragenden Lage in der Hauptstadt und der Nachbarschaft international bedeutender und ausstrahlender Institutionen wie den Museen von Weltrang, der Humboldt-Universität, dem Deutschen Historischen Museum, der Nationalgalerie, der Staatsoper Unter den Linden und dem künftigen Humboldtforum mit den Dahlemer Sammlungen. Ein solches Gebäude von grßem kulturellen Wert kann in Zukunft nur eine international und am öffentlichen Interesse ausgerichtete Nutzung gerecht werden. Wegen seines Sanierungsbedarfs von ca. 9 bis 15 Millionen Euro ist der Buchwert des Gebäudes gering bewertet. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ist vom Senat von Berlin beauftragt,  das Haus zu vermieten und für den Teilgebrauch instandzuhalten.

Das Palais am Festungsgraben sollte demgegenüber in Zukunft als ein "Haus für die Vereinten Nationen" Verbindungs- und Informationsbüros für UN-Unterorganisationen und -Programme sowie Büros anderer internationaler Organisationen, ihrer deutschen Sektionen und Organisationen der Zivilgesellschaft beherbergen, die im UN-Kontext arbeiten und ihnen als Informations-, Kommunikations- und Veranstaltungsort dienen. Die Büros sollen die Arbeit ihrer Organisationen in der Öffentlichkeit vermitteln und als Dialogpartner für Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zur Verfügung stehen. Sie sollen vor allem die fachlich interessierte und allgemeine Öffentlichkeit ansprechen und helfen, Zugang zum Apparat und den wichtigen Aufgaben und Arbeiten der UN-Organisationen und ihren bedeutenden Informationsressourcen herstellen. Damit sollen sie das Regionale UN-Informationsbüro (UNRIC) für Westeuropa in Brüssel/Bonn und die UN-Depotbibliotheken in Berlin und Potsdam komplementieren. Auf diese Weise hätte die Berliner und die deutsche Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich in weitaus besserer Weise mit dem Wirken dieser Organisationen vertraut zu machen, ohne die das Weltsystem nicht mehr funktionieren würde. Die Vereinten Nationen würden in Berlin lokalisierbar und von einer fernen Bürokratie zu einer konkreten Realität werden. Die Vererinten Nationen könnten ihrerseits unmittelbar mit der Bürgerschaft in Kontakt treten und deren Wünsche und Probleme kennenlernen. Dies wäre ein großer Schritt, ihre Wertschätzung und Relevanz in Deutschland zu erhöhen. Als Kompetenzzentrum mit Ausrichtung an der internationalen Agenda soll das "Haus für die Vereinten Nationen" ins Humboldt-Forum hineinwirken, aber auch im Dialog mit dem Humboldt-Forum und der Zivilgesellschaft ein Forum zum Nachdenken über die Zukunft der Vereinten Nationen, ihrer Ziele und Aufgaben sowie über die Entwicklung des Weltsystems werden

Die Geste von Bund und Land, den Vereinten Nationen zu ihrem 70. Geburtstag eine Präsenz in einem der repräsentativsten Gebäude der Stadt in zentraler Lage zu einzurichten und das mit ihr zum Ausdruck kommende Bekenntnis zur Einbettung in internationale Strukturen könnte in New York und in den Hauptstädten der Welt nicht übersehen werden. Der außenpolitische Gewinn eines Hauses für die Vereinten Nationen wäre für Deutschland und Berlin zweifellos hoch und dauerhaft.


Zum Stand des Projektes im Dezember 2015: 

Idee und Konzept, das Palais am Festungsgraben zu einem Haus der Vereinten Nationen zu machen, haben mittlerweile eine breite Unterstützung erfahren. Die Gespräche des Lenkungskreises mit Vertretern der Bundesregierung, des Deutschen Bundestages, des Abgeordnetenhauses und des Senats von Berlin sowie des Bezirks Berlin-Mitte waren durchweg positiv. Auch konnten die Vertreter der UN-Behörden in Bonn davon überzeugt werden, daß in Berlin kein Konkurrenzvorhaben, sondern ein komplementäres Projekt geplant ist, das keinerlei Eingriffe in die institutionellen Abläufe der deutschen UN-Hauptstadt Bonn beabsichtigt. Hier in Berlin soll ein kombiniertes Informations-, Kommunikations- und Veranstaltungs-zentrum errichtet werden, das wichtige Dependance-Büros der UN und ihrer Unterorganisationen vereint. Es soll vor allem als Verbindungsstandort für Bürger, international agierende Nichtregierungsorganisationen (NGO's) und die Zivilgesellschaft offenstehen.  Hier sollen die Leistungen und Probleme der UN mit den Bürgern erörtert und den Menschen nähergebracht werden. Die Initiatoren sind der Auffassung, daß sowohl die UN mit ihrer globalen Bedeutung für Frieden, Völkerverständigung, Einhaltung der Menschenrechte, Nachhaltige Entwicklung, Förderung von Arbeit, Gesundheit, Kultur, Klimaschutz etc. allen Menschen wesentlich stärker bekannt gemacht werden sollten, wie umgekehrt die UN mehr noch als bisher die Probleme der Bürger aus erster Hand erfahren sollten. Diese Grundidee hat vor allem den bisherigen Erfolg der Initiative bei allen relevanten Institutionen und angesprochenen Persönlichkeiten ausgemacht.

Vor diesem Hintergrund wurde auch mit den in Berlin lokalisierten Organistionen der UN sowie wichtigen NGO's  gesprochen, die durchweg das Konzept  befürwortet haben und sich vorstellen können, in das Palais einzuziehen.

Das Memorandum für das Vorhaben wurde inzwischen von einem breiten Kreis Berliner Bürger und Persönlickeiten unterzeichnet. Besonders wichtig ist, daß acht ehemalige deutsche Botschafter(innen) die Initiative unterstützen, darunter die ehemaligen Vertreter bei den Vereinten Nationen Dr. Gunter Pleuger, Dr. Hans Otto Bräutigam und Thomas Matussek. Auch ist die Unterstützung durch weitere namhafte Persönlichkeiten wie Katrin Göring-Eckardt, Tom Koenigs, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Dr. Margit Bröhan, Prof. Dr. Peter Eigen, Dr. Volker Hassemer, Dr. Eva Högl, Dr. Wolfgang Ischinger, Prof. Dr. Dieter Puchta, Prof. Dr. Peter Raue, Lea Rosh, Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock, Prof. Dr. Michael Succow, Dr. Wolfgang Thierse, Jürgen Trittin u.a. für das Vorhaben von größter Bedeutung.Besonders erfolgreich verliefen auch die Gespräche mit dem Management des Humboldt-Forums. Hier werden wir zu einer gemeinsamen Kooperation kommen, in der eine intensive Zusammenarbeit geplant ist. So unterstützen die Herren Manfred Rettig und Wilhelm von Boddien durch Unterzeichnung des Memorandums ebenfalls nachhaltig das Projekt.

Auch mit dem Bezirksbürgermeister des Bezirkes Berlin-Mitte, Dr. Christian Hanke, ist eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden. Erfreulich ist ebenfalls, daß der Außenminister Frau Ministerialdirektorin Dr. Patricia Flor für die weitere Zusammenarbeit mit dem Lenkungskreis des Projektes benannt hat. Frau Dr. Flor ist Leiterin der neu geschaffenen Abteilung für Internationale Ordnung, Vereinte Nationen und Rüstungskontrolle sowie Beauftragte der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle. In einem ersten Gespräch sicherte uns Frau Dr. Flor zu, die Zusammenarbeit mit den Vertretern der UN-Hauptstadt Bonn zu fördern und gegenüber dem Land Berlin das Interesse des AA an einem Kommu-nikationszentrum der Vereinten Nationen in Berlin im Rahmen des Konzeptes für das Palais am Festungsgraben zu bekunden.

Als nächste Schritte im Rahmen des Vorhabens sind geplant:

  •  Der Lenkungskreis soll durch einen eingetragenen Verein abgelöst werden. Derzeit wird der  Lenkungskreis von folgenden Personen gebildet: Detlef Dzembritzki (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., DGVN); Stephan Doempke (Vorsitzender von World Heritage Watch, WHW); Dr. Helmut Frick (Botschafter a.D.); Dr. Ekkehard Griep (Stellv. Vors. der DGVN); Prof. Dr. Klaus Hüfner (Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit e.V.); Prof. Dr. Rolf Kreibich (Mitglied des Weltzukunftsrats, WFC - World Future Council); Heike Pieper (Vorsitzende des Kuratoriums Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz).
  •  Der Lenkungskreis hat sich einstimmig für die Gründung eines eingetragenen Vereins ausgesprochen. Zu diesem Zweck wurde vor  2 Monaten der Entwurf einer Vereinssatzung erarbeitet und beim Finanzamt zwecks Anerkennung der Gemeinnützigkeit eingereicht. 
  •  Nach Eingang des Bescheids des Finanzamtes soll der Verein gegründet werden. Interessenten für die Mitgliedschaft und Mitwirkung  im zukünftigen Verein "Ein Haus für die Vereinten Nationen" sollten nicht zögern, ihr Interesse unter folgender Anschrift zu bekunden:

rolf.kreibich@gmx.de oder T. 030/81005845 oder 0171/6515092 oder SFZ Sekretariat für Zukunftsforschung, Arnimallee 22, 14195 Berlin

Da alle Mitglieder des Lenkungskreises im Rahmen des Projektes ehrenamtlich tätig sind, werden bisher für das Projekt keine Einnahmen erzielt. Deshalb bittet der Lenkungskreis um Spenden auf das Konto der DGVN Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Stichwort "Palais am Festungsgraben", Postbank, IBAN: DE17 1001 0010 0057 1151 07;  BIC: PBNKDEFF.

   

SFZ-Sekretariat für Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin Secretariat for futures studies Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer Member of the World Future Council Arnimallee 22 14195 Berlin Tel: +49 (0)30-83862958 / +49 (0)30-81005845 Fax: +49 (0)30-81005844 Email: sfz-fuberlin@gmx.de 

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